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Genaugenommen hat Aikido mehr mit den traditionellen Kriegskünsten der Samurai gemein als die meisten anderen japanischen Kampfkünste. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus diesen Formen von Morihei Ueshiba entwickelt. Im Aikido gibt es daher keine Wettkämpfe wie in einem Kampfsport, sie waren vom Begründer nicht gewollt und wegen der äußerst effektiven Techniken in seinem Konzept nicht vorgesehen. Als reine Selbstverteidigungskunst sticht Aikido aus der Masse der meisten anderen Kampfsportarten heraus. Die Techniken sind grundsätzlich so konzipiert, dass sie einen Angriff neutralisieren oder die Angriffsenergie so umlenken, dass sie zur Verteidigung genutzt werden kann. Das technische Repertoire reicht von Hebeln über Würfe bis hin zu Schlagtechniken (Atemi) und Entwaffnungsformen. Nach dem Vorbild Ueshibas liegt uns das Training mit den traditionellen Waffen (Schwert, Stab, Messer) besonders am Herzen. Es ist ein elementarer Bestandteil des Trainings, da viele Techniken dort ihren Ursprung haben.
Auf der Insel Hokkaido begegnete er schließlich später dem berühmten Sokaku Takeda dem letzten Meister des Daito-Ryu-Aikijutsu. Dieser Jujutsu-Stil war den anderen Schulen überlegen und wurde über Jahrhunderte als geheime Kampfkunst nur an ausgewählte Schüler weitergegeben.
Morihei erwies sich als besonders begabter Schüler und erhielt nach intensivem Training ein Diplom und Jahre später eine Lehrerlaubnis von seinem Meister.
Er ist der Begründer des Aikido und wird deshalb bis heute respektvoll „O-Sensei“ (großer Lehrer) genannt er starb 1969.
Kurz vor seinem Tod übertrug O-Sensei Morihei Ueshiba die Verantwortung für das Dojo und den Schrein in Iwama an Morihiro Saito, seinen langjährigsten und engsten Schüler. Er gab diesem Schüler sogar vor der eigenen Familie den Vorzug, sich um das Grundstück und das Erbe in Iwama zu kümmern. Da jeder Verband andere Schwerpunkte setzt oder Formen anders unterrichtet, gibt es mittlerweile deutliche Unterschiede zwischen alldem, was heute als Aikido angeboten oder präsentiert wird. Meist sind für einen Laien die Unterschiede nur schwer erkennbar. Es sind oft Feinheiten, die über Wirksamkeit und Wirkungslosigkeit entscheiden. Die von O-Sensei Morihei Ueshiba oft zitierte „Harmonie“ und „Gewaltlosigkeit“ wurde von vielen Lehrern anscheinend missverstanden, sodass in deren Aikido-Schulen sehr tänzerisch anmutende Formen ohne Waffentraining und Atemi (Schlagtechniken) gelehrt werden. Diese Schläge dienen in erster Linie der Ablenkung des Angreifers und sind essentiell für eine effektive Verteidigung, da sie die Anwendung der Wurf- und Hebeltechniken im Kampf oftmals erst ermöglichen. Betrachtet man diese ursprünglichen Formen genauer, wie sie im Iwama Ryu gelehrt werden, kann man vielleicht erahnen, wie wirkungsvoll die Techniken in Wahrheit sind. Schließlich entstammen sie den Kampfkünsten der Samurai, in denen Präzision und Effektivität überlebensnotwendig waren.
Wer effektive Selbstverteidigung sucht, hat vielleicht schon das Eine oder Andere ausprobiert. Beim Erlernen einer Kampfkunst geht es immer auch um den Wunsch sich verteidigen zu können, wenn dies nötig ist. Ob und wann dieses Ziel erreicht werden kann, wird maßgeblich von der eigenen Zielsetzung und Ernsthaftigkeit im Training bestimmt. Selbstverteidigung bildet einen Schwerpunkt im Iwama Ryu Aikido. Die traditionellen Übungsformen spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle beim Erlernen dieser Kampfkunst. Sie schulen nicht nur den Körper in seinen Fähigkeiten, sondern auch den Geist: Aufmerksamkeit, Konzentration, Präzision, Koordination. Diese sind zusammen mit Kraft und Schnelligkeit Grundvoraussetzungen für jeden Nahkampf. Im Training bekommt man unter Anleitung eines Lehrers die Möglichkeit, diese Zusammenhänge selbst kennen zu lernen und für sich zu nutzen.
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